end-it
Windows & System

Windows 11: „Dieser PC erfüllt die Mindestsystemanforderungen nicht“ – TPM und Secure Boot richtig prüfen

Symptom

Beim Upgrade auf Windows 11 erscheint die Meldung „Dieser PC erfüllt die Mindestsystemanforderungen nicht“. Dein PC ist eigentlich schnell genug, doch TPM 2.0 oder Secure Boot werden als fehlend angezeigt.

Windows 11: „Dieser PC erfüllt die Mindestsystemanforderungen nicht“ – TPM und Secure Boot richtig prüfen KI-generiert
Inhalt dieser Anleitung
  1. Was die Meldung wirklich bedeutet
  2. Ursache 1: Prüfen, ob TPM 2.0 bereits aktiv ist
  3. Ursache 2: Secure Boot und den Startmodus prüfen
  4. Ursache 3: Prüfen, ob die Systemfestplatte GPT verwendet
  5. TPM 2.0 im UEFI aktivieren
  6. Secure Boot richtig einschalten
  7. Wann ein Upgrade nicht sinnvoll ist
  8. Checkliste vor dem Windows-11-Upgrade

Du startest das Windows-11-Upgrade auf einem funktionierenden Büro-PC und bekommst trotzdem eine Absage: „Dieser PC erfüllt die Mindestsystemanforderungen nicht“. Besonders ärgerlich ist das, wenn der Rechner erst wenige Jahre alt ist und Programme, Videokonferenzen und mehrere geöffnete Browserfenster problemlos schafft. Häufig fehlt die Hardware nicht. TPM 2.0 oder Secure Boot sind lediglich im UEFI, dem Einstellungsbereich des PCs vor dem Windows-Start, noch nicht aktiviert.

Was die Meldung wirklich bedeutet

Windows 11 prüft vor der Installation mehrere Voraussetzungen. Dazu gehören unter anderem ein unterstützter Prozessor, ausreichend Arbeitsspeicher, freier Speicherplatz, TPM 2.0 und Secure Boot.

Bei älteren, aber noch brauchbaren PCs sind meistens diese beiden Punkte die Ursache:

  • TPM 2.0 ist vorhanden, aber ausgeschaltet.
  • Secure Boot ist möglich, aber der PC startet noch im alten BIOS-Modus.
  • Der PC verwendet zwar UEFI, aber die Kompatibilitätsfunktion CSM ist aktiv.
  • Die Systemfestplatte ist im alten MBR-Format eingerichtet und nicht im moderneren GPT-Format.
  • Der Rechner erfüllt tatsächlich weitere Anforderungen nicht, etwa beim Prozessor.

Wichtig: Ändere nicht sofort Einstellungen im UEFI. Prüfe zuerst, was Windows über deinen PC meldet. So vermeidest du, dass Windows anschließend nicht mehr startet.

Ursache 1: Prüfen, ob TPM 2.0 bereits aktiv ist

TPM steht für ein Sicherheitsmodul. Windows verwendet es unter anderem, um Anmeldedaten, Verschlüsselungsschlüssel und Sicherheitsfunktionen besser zu schützen. Bei vielen Intel-PCs steckt diese Funktion nicht als eigener Chip auf dem Mainboard, sondern ist im Prozessor integriert. Bei AMD funktioniert es ähnlich.

TPM in Windows kontrollieren

  1. Drücke gleichzeitig die Windows-Taste und R.
  2. Gib tpm.msc ein.
  3. Bestätige mit Enter.
  4. Lies den Bereich „Status“ und „Spezifikationsversion“.

Wenn dort „Das TPM ist einsatzbereit“ steht und bei der Spezifikationsversion „2.0“ angezeigt wird, ist dieser Punkt erledigt.

Wenn Windows meldet, dass kein kompatibles TPM gefunden wurde, kann es im UEFI deaktiviert sein. Das ist bei vielen PCs ab ungefähr der zweiten Hälfte der 2010er-Jahre möglich.

Falls du BitLocker verwendest, sichere vorher unbedingt den Wiederherstellungsschlüssel. Änderungen an TPM, Secure Boot oder UEFI können dazu führen, dass Windows diesen Schlüssel beim nächsten Start verlangt. Was dann zu tun ist, erklärt der Beitrag BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel nach Update: So startet der PC wieder.

Ursache 2: Secure Boot und den Startmodus prüfen

Secure Boot sorgt dafür, dass beim Einschalten nur vertrauenswürdige Startsoftware geladen wird. Das schützt vor bestimmten Schadprogrammen, die sich vor Windows einnisten können.

Ob Secure Boot aktiv ist, siehst du direkt in Windows:

  1. Öffne das Startmenü.
  2. Suche nach „Systeminformationen“ und öffne die App.
  3. Suche in der Übersicht nach „BIOS-Modus“.
  4. Suche außerdem nach „Sicherer Startzustand“.

Für Windows 11 sollten dort diese Werte stehen:

EintragErwarteter Wert
BIOS-ModusUEFI
Sicherer StartzustandEin

Steht beim sicheren Start „Aus“, ist das nicht automatisch ein Hardwareproblem. Meist muss Secure Boot nur im UEFI eingeschaltet werden.

Steht bei „BIOS-Modus“ dagegen „Vorgängerversion“ oder „Legacy“, solltest du noch nichts im UEFI umstellen. Dann startet Windows vermutlich über das alte MBR-Partitionsschema. Wird in dieser Situation der alte Startmodus abgeschaltet, kann der PC Windows nicht mehr finden.

Ursache 3: Prüfen, ob die Systemfestplatte GPT verwendet

Für Secure Boot braucht Windows normalerweise den UEFI-Modus. Dafür sollte die Systemfestplatte im GPT-Format eingerichtet sein.

So prüfst du das:

  1. Klicke mit der rechten Maustaste auf das Windows-Symbol in der Taskleiste.
  2. Wähle „Datenträgerverwaltung“.
  3. Suche unten die Festplatte, auf der Windows installiert ist. Meist ist das „Datenträger 0“.
  4. Klicke links mit der rechten Maustaste auf die Bezeichnung des Datenträgers.
  5. Wähle „Eigenschaften“ und dann „Volumes“.
  6. Prüfe den Eintrag bei „Partitionsstil“.

Dort sollte „GUID-Partitionstabelle (GPT)“ stehen. Steht dort „Master Boot Record (MBR)“, ist eine Umstellung nötig, bevor du konsequent auf UEFI und Secure Boot wechselst.

Diese Umstellung ist möglich, aber nicht der richtige Moment für Experimente ohne Sicherung. Erstelle vorher ein vollständiges Backup deiner wichtigen Dateien. Die Anleitung Backup unter Windows einrichten: die einfache Anleitung zeigt dir einen soliden Ausgangspunkt.

Wenn dein PC geschäftlich genutzt wird oder wichtige Programme darauf laufen, plane die Umstellung besser zu einem Zeitpunkt, an dem du notfalls auf ein Backup zurückgreifen kannst.

TPM 2.0 im UEFI aktivieren

Die Namen der Einstellungen unterscheiden sich je nach Hersteller. Du suchst im UEFI nicht immer ausdrücklich nach „TPM“.

Bei Intel-PCs heißt die Einstellung häufig:

  • Intel PTT
  • Platform Trust Technology
  • Trusted Computing

Bei AMD-PCs heißt sie oft:

  • AMD fTPM
  • Firmware TPM
  • AMD CPU fTPM

So gehst du sicher vor

  1. Speichere offene Dateien und fahre Windows vollständig herunter.
  2. Schalte den PC wieder ein.
  3. Drücke direkt beim Einschalten mehrfach die Taste Entf oder F2. Bei manchen Geräten ist es F10, F12 oder Esc.
  4. Suche im UEFI nach Bereichen wie „Security“, „Advanced“, „Trusted Computing“ oder „Security Device Support“.
  5. Aktiviere Intel PTT, AMD fTPM oder die passende TPM-Option.
  6. Speichere die Änderung. Meist heißt der Menüpunkt „Save and Exit“.
  7. Starte Windows und prüfe erneut mit tpm.msc.

Wähle dabei nicht „Clear TPM“, „TPM löschen“ oder ähnliche Optionen. Damit werden gespeicherte Sicherheitsinformationen zurückgesetzt. Für das Aktivieren ist das nicht erforderlich.

Secure Boot richtig einschalten

Aktiviere Secure Boot erst, wenn der BIOS-Modus in den Systeminformationen bereits „UEFI“ lautet. Ist das nicht der Fall, kläre zuerst den MBR- und GPT-Status.

Im UEFI findest du Secure Boot häufig unter „Boot“, „Security“ oder „Authentication“. Dort gehst du in dieser Reihenfolge vor:

  1. Prüfe, ob der Startmodus auf UEFI steht.
  2. Deaktiviere gegebenenfalls CSM oder „Legacy Boot“.
  3. Aktiviere „Secure Boot“.
  4. Falls eine Auswahl erscheint, wähle den Windows- oder Standardmodus.
  5. Speichere die Einstellungen und starte Windows.

Nach dem Start öffnest du wieder die Systeminformationen. Bei „Sicherer Startzustand“ sollte jetzt „Ein“ stehen.

Startet Windows nach einer Änderung nicht mehr, stelle im UEFI die vorherige Einstellung wieder her. Häufig war dann noch CSM aktiv, die Systemfestplatte nutzt MBR oder eine ältere Erweiterungskarte verträgt den UEFI-Startmodus nicht.

Wann ein Upgrade nicht sinnvoll ist

Nicht jeder PC, der noch läuft, sollte mit Gewalt auf Windows 11 umgestellt werden. TPM und Secure Boot sind nur zwei Voraussetzungen. Wenn der Prozessor nicht unterstützt wird, zu wenig Arbeitsspeicher vorhanden ist oder der PC schon heute regelmäßig hängen bleibt, ist ein Upgrade oft keine gute Dauerlösung.

Ein Warnsignal ist auch, wenn der Rechner nach Updates instabil wird oder kaum noch freien Speicher hat. Prüfe dann zuerst Laufwerk C voll: was du gefahrlos löschen kannst. Bei Problemen während der Installation hilft außerdem Windows Update hängt fest: wann warten, wann eingreifen?.

Ein nicht unterstütztes Windows-11-Upgrade lässt sich zwar teilweise technisch erzwingen. Davon ist für Arbeitsrechner jedoch abzuraten. Du bekommst eine Konfiguration, die Microsoft nicht vorgesehen hat. Treiber, Funktionsupdates und spätere Sicherheitsfunktionen können unnötig Probleme machen.

Checkliste vor dem Windows-11-Upgrade

  • In tpm.msc steht „Das TPM ist einsatzbereit“.
  • Die Spezifikationsversion lautet „2.0“.
  • In den Systeminformationen steht bei „BIOS-Modus“ der Wert „UEFI“.
  • Der „Sichere Startzustand“ steht auf „Ein“.
  • Die Systemfestplatte verwendet GPT.
  • Wichtige Dateien und idealerweise das gesamte System sind gesichert.
  • Der BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel ist auffindbar.
  • Der PC erfüllt auch die übrigen Windows-11-Anforderungen.

Wenn TPM 2.0 und Secure Boot nach diesen Schritten aktiv sind, starte die Windows-11-Prüfung erneut. Bleibt die Meldung bestehen, liegt die Ursache wahrscheinlich bei einer weiteren Hardwarevoraussetzung, meist beim Prozessor. Wer die Grundlagen rund um Windows, Sicherheit und Systemverwaltung systematisch lernen möchte, findet passende Seminare bei cmt.de.

#Windows 11#TPM 2.0#Secure Boot#UEFI#Upgrade

end-it ist unabhängig und ohne Werbung. Anleitungen sind mit Sorgfalt geprüft, aber ohne Gewähr. Software und Systeme ändern sich, prüf im Zweifel die offizielle Quelle.


Weiterlesen

Mehr aus Windows & System Alle Lösungen