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Daten & Backup · Einsteiger · 6 Min. · 08. Juli 2026 · zuletzt geprüft 31. August 2026

Backup unter Windows einrichten: die einfache Anleitung

Symptom

Es ist noch nichts passiert, aber es gibt keine Sicherung der Fotos und Dokumente und die Sorge wächst, bei einem Defekt alles zu verlieren.

Inhalt dieser Anleitung
  1. Einordnung: warum ein Backup jeden irgendwann rettet
  2. Das 3-2-1-Prinzip einfach erklärt
  3. Welche Daten wirklich wichtig sind und welches Medium passt
  4. Schritt für Schritt: Dateiversionsverlauf in Windows einrichten
  5. Zusätzliche Sicherung: komplettes Systemabbild und Cloud
  6. Wiederherstellung testen, damit das Backup im Ernstfall taugt
  7. Vorbeugen: Backup automatisieren und regelmäßig prüfen
  8. Quellen

Der Rechner läuft, alles ist an seinem Platz. Die Urlaubsfotos der letzten Jahre liegen im Ordner Bilder, die Steuerunterlagen und Verträge im Ordner Dokumente. Nichts ist kaputt. Trotzdem sitzt da dieses ungute Gefühl, dass all das an einem einzigen Ort liegt und dass eine defekte Festplatte, ein gestohlener Laptop oder ein falscher Klick reichen würde, um es auf einen Schlag zu verlieren. Genau in diesem ruhigen Moment richtest du am besten ein Backup ein, solange noch nichts passiert ist. Diese Anleitung zeigt dir das ohne teure Software und ohne Vorwissen.

Einordnung: warum ein Backup jeden irgendwann rettet

Festplatten und SSDs halten nicht ewig, und sie sterben oft ohne Vorwarnung. Dazu kommen Diebstahl, ein Wasserschaden, ein Erpressungstrojaner, der alle Dateien verschlüsselt, oder schlicht ein Ordner, den man aus Versehen in den Papierkorb zieht und leert. In all diesen Fällen ist ein Backup die zweite Kopie deiner Daten, die an einem anderen Ort liegt und noch da ist, wenn das Original weg ist.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt Privatnutzern ausdrücklich, ihre Daten regelmäßig zu speichern und extern zu sichern (siehe Quelle unten). Wichtig ist die Reihenfolge: Ein Backup nützt nur, wenn es schon läuft, bevor etwas kaputtgeht. Ist bereits eine Datei verschwunden und es gibt noch keine Sicherung, hilft dir im ersten Schritt die Anleitung zu gelöschte Dateien wiederherstellen. Verlassen solltest du dich darauf aber nicht, denn diese Rettung klappt längst nicht immer.

Das 3-2-1-Prinzip einfach erklärt

Hinter dem sperrigen Namen steckt eine sehr einfache Merkregel, an der sich Profis wie Privatleute orientieren:

  • 3 Kopien deiner wichtigen Daten. Das Original auf dem PC plus zwei Sicherungen.
  • 2 verschiedene Medien. Also nicht zweimal dieselbe Bauart, sondern zum Beispiel eine externe Festplatte und zusätzlich eine Cloud.
  • 1 Kopie außer Haus. Eine Sicherung, die woanders liegt, damit ein Brand, ein Wasserschaden oder ein Einbruch nicht Original und Backup gleichzeitig erwischt.

Ein Beispiel für zu Hause: Deine Fotos liegen auf dem PC (Kopie 1), automatisch gesichert auf einer externen Festplatte (Kopie 2) und zusätzlich in einem Cloud-Speicher (Kopie 3, gleichzeitig die Kopie außer Haus). Damit hast du 3-2-1 erfüllt, ohne dass es kompliziert wird. Für den Anfang ist schon die externe Festplatte ein riesiger Fortschritt gegenüber gar keinem Backup. Die Cloud kannst du danach ergänzen.

Welche Daten wirklich wichtig sind und welches Medium passt

Du musst nicht die ganze Festplatte sichern. Programme und Windows selbst lassen sich zur Not neu installieren. Unersetzlich sind die Dinge, die es nur bei dir gibt:

  • Fotos und Videos
  • Dokumente wie Verträge, Rechnungen, Steuerunterlagen, Zeugnisse
  • die Datei deines Passwort-Managers
  • Browser-Lesezeichen und wichtige Downloads
  • bei kleinen Büros zusätzlich Buchhaltung, Angebote und Kundendaten

Als Medium ist für die meisten eine externe Festplatte oder eine externe SSD die beste Wahl. Sie ist günstig, groß genug und einfach anzuschließen. Für ein reines Dokumenten-Backup reicht oft schon ein USB-Stick. Faustregel für die Größe: mindestens so groß wie die Datenmenge, die du sichern willst, besser das Doppelte, damit auch ältere Versionen Platz haben. Falls du die externe Platte später anschließt und Windows sie nicht anzeigt, hilft dir externe Festplatte wird nicht erkannt. Und wenn deine Systemplatte selbst schon aus allen Nähten platzt, ist das ein eigenes Thema, das du unter Laufwerk C voll findest.

Schritt für Schritt: Dateiversionsverlauf in Windows einrichten

Windows bringt eine automatische Sicherung schon mit, den Dateiversionsverlauf. Er kopiert deine persönlichen Ordner regelmäßig auf ein zweites Laufwerk und behält dabei auch ältere Versionen. So richtest du ihn ein:

  1. Schließe deine externe Festplatte oder einen ausreichend großen USB-Stick an. Der Dateiversionsverlauf braucht ein zweites Laufwerk, auf die interne Systemplatte C: kann er nicht sichern.
  2. Öffne die Systemsteuerung. Tippe dazu im Startmenü Systemsteuerung und öffne den Treffer. Stelle rechts oben bei „Anzeige“ auf „Große Symbole“, dann findest du die Einträge leichter.
  3. Klicke auf Dateiversionsverlauf. Der vollständige Pfad lautet Systemsteuerung > System und Sicherheit > Dateiversionsverlauf.
  4. Windows zeigt dein angeschlossenes Laufwerk an. Wird ein falsches vorgeschlagen, klicke links auf Laufwerk auswählen und wähle deine externe Platte.
  5. Klicke auf Einschalten. Ab sofort sichert Windows automatisch Kopien deiner Dateien.
  6. Öffne links Erweiterte Einstellungen. Hier legst du fest, wie oft gesichert wird (Standard: jede Stunde) und wie lange die alten Versionen aufbewahrt werden. Bei einer kleineren Platte stellst du die Aufbewahrung zum Beispiel auf ein Jahr, damit sie nicht mit der Zeit überläuft.
  7. Prüfe, was gesichert wird. Standardmäßig nimmt der Dateiversionsverlauf die Bibliotheken (Dokumente, Bilder, Musik, Videos), den Desktop, Kontakte und Favoriten sowie deine offline verfügbaren OneDrive-Dateien mit. Liegt ein wichtiger Ordner an einem anderen Ort, füge ihn einer Bibliothek hinzu, dann wandert er ins Backup.

Das war der wichtigste Schritt. Ab jetzt läuft die Sicherung von allein, solange die externe Platte angeschlossen ist. Lass sie am besten am Rechner oder stecke sie regelmäßig an, damit der Dateiversionsverlauf nachholen kann.

Zusätzliche Sicherung: komplettes Systemabbild und Cloud

Der Dateiversionsverlauf sichert deine persönlichen Dateien. Wenn du zusätzlich das ganze System inklusive Windows, Programmen und Einstellungen sichern willst, gibt es das Systemabbild. Du erstellst es über Systemsteuerung > System und Sicherheit > Sichern und Wiederherstellen (Windows 7) und dort links über Systemabbild erstellen. Ein Systemabbild ist praktisch nach einem Totalausfall, weil du damit den kompletten Rechner in einem Rutsch zurückholst. Gut zu wissen: Der Name verrät es schon, „Sichern und Wiederherstellen (Windows 7)“ ist ein älteres Werkzeug, das Microsoft als veraltet einstuft. Es funktioniert aktuell noch, kann aber in künftigen Windows-Versionen wegfallen. Für die reine Dateisicherung ist der Dateiversionsverlauf ohnehin der bessere Weg.

Ein Wort der Vorsicht: Das Zurückspielen eines Systemabbilds überschreibt die gesamte Zielplatte mit dem alten Stand. Nutze es nur bewusst und bewahre es getrennt von deinem Datei-Backup auf, damit du im Ernstfall die Wahl hast.

Und die Cloud? Dienste wie OneDrive, Google Drive oder iCloud sind bequem und decken die Kopie außer Haus gut ab. Sie sind aber in erster Linie eine Synchronisation, kein vollwertiges Backup. Löschst du eine Datei oder verschlüsselt ein Trojaner deine Ordner, wandert diese Änderung oft direkt mit in die Cloud. Viele Dienste haben einen Papierkorb und eine Versionshistorie, mit denen sich das eine Weile zurückholen lässt, doch dieser Schutz ist zeitlich begrenzt. Nimm die Cloud also als sinnvolle Ergänzung, verlass dich aber nicht allein auf sie. Für sehr sensible Unterlagen solltest du zudem überlegen, ob sie unverschlüsselt bei einem fremden Anbieter liegen sollen.

Wiederherstellung testen, damit das Backup im Ernstfall taugt

Ein Backup, das noch nie zurückgespielt wurde, ist nur ein Versprechen. Der einzige Beweis, dass es funktioniert, ist ein erfolgreicher Test. Das geht in fünf Minuten:

  1. Öffne wieder Systemsteuerung > System und Sicherheit > Dateiversionsverlauf und klicke links auf Persönliche Dateien wiederherstellen.
  2. Suche eine beliebige Datei, zum Beispiel ein Foto oder ein Dokument.
  3. Stelle sie testweise an einem neuen Ort wieder her, etwa auf dem Desktop, und öffne sie.

Lässt sich die Datei sauber öffnen, funktioniert deine Sicherung. Genau diesen Test solltest du auch mit dem Systemabbild wenigstens gedanklich durchgehen: Weißt du, wie du im Notfall booten und zurückspielen würdest?

Merke dir: Ein Backup ist erst dann ein Backup, wenn du einmal erfolgreich etwas daraus zurückgeholt hast. Vorher ist es nur eine Hoffnung.

Vorbeugen: Backup automatisieren und regelmäßig prüfen

Das beste Backup ist das, um das du dich nicht kümmern musst. Ein paar einfache Gewohnheiten sorgen dafür, dass es im Ernstfall wirklich da ist:

  • Automatisch laufen lassen. Der Dateiversionsverlauf sichert von allein, sobald die externe Platte angeschlossen ist. Lass sie stecken oder stecke sie zu festen Zeiten an, etwa jeden Sonntag.
  • Zwei Platten im Wechsel. Wenn du magst, nutze zwei externe Festplatten abwechselnd und bewahre eine davon außer Haus auf. Damit hast du die Kopie außer Haus aus dem 3-2-1-Prinzip abgedeckt.
  • Einmal im Monat prüfen. Schau kurz nach, ob die letzte Sicherung ein aktuelles Datum trägt und ob noch genug Platz frei ist. Ein stiller Fehler fällt sonst erst auf, wenn es zu spät ist.
  • Vor großen Aktionen zuerst sichern. Vor einer Neuinstallation, einem großen Update oder dem Aufräumen der Festplatte gilt immer: erst ein Backup, dann anfangen.

Fang klein an. Eine externe Festplatte und ein eingeschalteter Dateiversionsverlauf sind schon heute Nachmittag eingerichtet und schützen dich ab dann vor dem schlimmsten Fall. Alles Weitere wie Cloud und Systemabbild kannst du in Ruhe ergänzen.

Quellen

#Backup#Dateiversionsverlauf#3-2-1-Regel#Datensicherung#Windows 11


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