Fake-Virenwarnung: echt oder Betrug?
Symptom
Beim Surfen erscheint plötzlich ein lautes Vollbild-Popup „Ihr Computer ist infiziert, rufen Sie sofort diese Nummer an“, oft mit Microsoft- oder Windows-Logo.
Symptom
Beim Surfen erscheint plötzlich ein lautes Vollbild-Popup „Ihr Computer ist infiziert, rufen Sie sofort diese Nummer an“, oft mit Microsoft- oder Windows-Logo.
Du liest gerade in Ruhe einen Artikel, klickst einen Link an, und im nächsten Moment füllt eine grelle Seite den ganzen Bildschirm. Aus den Lautsprechern plärrt eine Stimme, ein Windows-Logo blinkt, und in roten Buchstaben steht: „Ihr Computer ist infiziert. Rufen Sie sofort den Microsoft-Support unter dieser Nummer an.“ Der Puls geht hoch, der Mauszeiger reagiert kaum, und die Telefonnummer wirkt wie der einzige Ausweg.
Genau dieser Schreck ist der Plan. Dein Rechner ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit sauber. So eine Fake-Virenwarnung erkennst du an ein paar festen Merkmalen, und solche Vollbild-Meldungen mit Telefonnummer sind fast immer der sogenannte Tech-Support-Betrug. Unten liest du, woran du das sicher erkennst und wie du das Fenster gefahrlos wegbekommst.
Was du auf dem Bildschirm siehst, ist keine Meldung von Windows, sondern eine ganz normale Webseite, die nur so tut. Sie zeigt gefälschte Logos, eine nachgemachte Scan-Animation, manchmal einen Countdown oder einen gefälschten Blauen Bildschirm. Der laute Ton und das Zeitlimit sollen verhindern, dass du nachdenkst.
Ruft man die eingeblendete Nummer an, meldet sich jemand, der sich als Microsoft-Mitarbeiter ausgibt. Er bittet dich, ein Fernwartungsprogramm zu installieren (oft AnyDesk, TeamViewer oder UltraViewer), zeigt dir über die Ereignisanzeige harmlose Windows-Warnungen als angebliche „Viren“ und verlangt dann Geld für eine Reinigung, gern per Gutscheincode oder Überweisung. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik beschreibt bei solchen Maschen, dass Kriminelle gezielt „menschliche Eigenschaften wie Hilfsbereitschaft, Vertrauen, Angst oder Respekt vor Autorität“ ausnutzen. Wer darauf hereinfällt, handelt „im guten Glauben, das Richtige zu tun“. Es ist also keine Frage von Dummheit, sondern von Druck und Timing.
Diese Punkte verraten eine Fälschung fast immer:
So sieht dagegen eine echte Warnung aus: Windows-Sicherheit (der frühere Windows Defender) meldet sich klein und leise als Benachrichtigung rechts unten oder im eigenen Fenster „Windows-Sicherheit“. Kein Alarmton, kein Vollbild, keine Nummer.
Ein schneller Test: Drücke F11. Verschwindet damit das Vollbild und darunter taucht deine Browser-Adressleiste auf, war es eine Webseite und damit Betrug.
Microsoft ist an dieser Stelle sehr eindeutig. Auf der offiziellen Support-Seite steht wörtlich: „Microsoft Fehler- und Warnmeldungen enthalten niemals Telefonnummern.“ Und weiter: „Wenn eine Popup-Nachricht oder eine Fehlermeldung mit einer Telefonnummer angezeigt wird, sollten Sie diese Nummer nicht anrufen.“
Echte Bedrohungen landen im Programm Windows-Sicherheit unter Viren- & Bedrohungsschutz. Dort siehst du Schaltflächen wie „Bedrohungen entfernen“, aber niemals eine Rufnummer oder die Bitte, jemanden zurückzurufen. Auch die roten Warnseiten von Microsoft Defender SmartScreen im Browser fordern dich immer nur auf, zurückzugehen oder die Seite zu verlassen. Wer dich anrufen lassen will, will an dein Geld oder deinen Rechner.
Du musst nichts herunterladen und nichts kaufen. Das Fenster wegzuklicken reicht.
F11 oder Esc, damit die normalen Fensterränder und Browser-Knöpfe wieder erscheinen.X des Browser-Tabs oder das Tastenkürzel Strg + W.Strg + Umschalt + Esc, klicke deinen Browser in der Liste an und dann „Task beenden“.Strg + Umschalt + Entf, dann Cache und Verlauf der letzten Stunde wählen.Das war es. Wenn dir jetzt ein aufpoppendes Werkzeug eine „Reinigung“ andrehen will, ignoriere es. Genau solche dubiosen Tools verdienen an der Panik, die der Betrug auslöst.
Auch dann ist nichts verloren, wenn du zügig handelst.
Einstellungen > Apps > Installierte Apps und deinstalliere Programme wie AnyDesk, TeamViewer oder UltraViewer, sofern du sie nicht selbst bewusst nutzt.Für einen sauberen Rechner brauchst du kein Zusatzprogramm. Windows bringt alles mit.
Windows-Sicherheit ein und öffne das Programm.Viren- & Bedrohungsschutz und starte eine Schnellüberprüfung.Scanoptionen die Microsoft Defender Offline-Überprüfung. Der Rechner startet neu und prüft sich, bevor Windows vollständig lädt. So findet er auch hartnäckige Schädlinge.Lade dir keinen zusätzlichen „Systemreiniger“ herunter, nur weil eine Anzeige das behauptet. Der eingebaute Schutz reicht für diesen Fall vollkommen.
Viele dieser Warnungen tauchen später wieder auf, weil eine Webseite die Erlaubnis bekommen hat, dir Benachrichtigungen zu schicken. Dann poppt der falsche „Virus“ sogar auf, wenn du gar nicht auf der Seite bist. Das schaltest du so ab:
Einstellungen > Datenschutz und Sicherheit > Website-Einstellungen > Benachrichtigungen. Entferne dort unbekannte oder verdächtige Absender.Einstellungen > Cookies und Websiteberechtigungen > Benachrichtigungen.Einstellungen > Datenschutz & Sicherheit > Berechtigungen > Benachrichtigungen.Setze bei „Neue Anfragen blockieren“ ein Häkchen, dann fragt keine Seite mehr nach diesem Recht. Halte außerdem deinen Browser aktuell, lass den Popup-Blocker und Windows-Sicherheit eingeschaltet.
Dieselbe Masche mit der Angst funktioniert übrigens auch per E-Mail. Wie du eine gefälschte Nachricht erkennst, bevor du klickst, zeigt die Anleitung Phishing-Mail erkennen. Wenn du die Muster einmal kennst, verlieren solche Schockmomente ihre Wirkung ziemlich schnell.
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