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Netzwerk & Internet · Mittel · 6 Min. · 13. Mai 2025 · zuletzt geprüft 31. August 2026

DNS-Server antwortet nicht: so wird die Seite wieder erreichbar

Symptom

Der Browser zeigt „Diese Seite ist nicht erreichbar“ und die Windows-Diagnose meldet „Der DNS-Server antwortet nicht“.

Inhalt dieser Anleitung
  1. Was der DNS-Server tut und warum die Meldung kommt
  2. Erster Check: liegt es am Gerät oder am ganzen Netz?
  3. Mögliche Ursachen: Router, überlasteter DNS, Cache, Firewall
  4. Schritt für Schritt: DNS-Cache leeren mit flushdns
  5. Auf einen zuverlässigen DNS-Server umstellen
  6. Wenn es weiter klemmt: Router neu starten und Anbieter prüfen
  7. Vorbeugen: stabile DNS-Einstellung sichern
  8. Quellen

Du willst schnell etwas nachschauen, tippst die Adresse ein, und statt der Seite kommt „Diese Seite ist nicht erreichbar“. Du klickst auf die Windows-Diagnose, wartest ein paar Sekunden, und am Ende steht dort „Der DNS-Server antwortet nicht“. Das Ärgerliche daran: Das Internet selbst funktioniert oft noch. Andere Programme laden, das WLAN-Symbol zeigt volle Balken. Trotzdem geht keine Webseite auf. Diese Anleitung zeigt dir ruhig und der Reihe nach, woran das liegt und wie du es wieder in Ordnung bringst.

Was der DNS-Server tut und warum die Meldung kommt

Stell dir das DNS wie ein Telefonbuch für das Internet vor. Du gibst einen Namen ein, zum Beispiel heise.de, aber Computer erreichen sich nur über Zahlenadressen (IP-Adressen). Der DNS-Server ist die Stelle, die den Namen in die passende Zahlenadresse übersetzt. Fragst du eine Seite auf, schickt dein Gerät die Frage „Wie lautet die Adresse von heise.de?“ an diesen Server und wartet auf die Antwort.

Kommt keine Antwort zurück, weiß dein Rechner die Zahlenadresse nicht und kann die Verbindung nicht aufbauen. Genau das steckt hinter der Meldung „Der DNS-Server antwortet nicht“. Im Browser Chrome siehst du dafür oft einen DNS_PROBE-Fehler, meist DNS_PROBE_FINISHED_NO_INTERNET oder DNS_PROBE_FINISHED_BAD_CONFIG, als allgemeiner Fall auch ERR_NAME_NOT_RESOLVED. Wichtig zu wissen: In den allermeisten Fällen ist nicht das ganze Internet kaputt, sondern nur die Namensauflösung klemmt. Und die lässt sich fast immer selbst reparieren.

Erster Check: liegt es am Gerät oder am ganzen Netz?

Bevor du etwas umstellst, grenze das Problem ein. Das spart Zeit und erspart dir unnötige Änderungen.

Nimm dein Handy und schalte kurz das WLAN aus, sodass es über Mobilfunk ins Netz geht. Rufe damit eine beliebige Seite auf. Geht sie auf, liegt es an deinem Heimnetz oder an einem einzelnen Gerät darin. Schalte das WLAN am Handy wieder ein und probiere die Seite erneut. Klappt sie jetzt über WLAN nicht, aber über Mobilfunk schon, ist der DNS im Heimnetz die Ursache.

Prüfe außerdem, ob wirklich alle Seiten betroffen sind oder nur eine einzige. Wenn google.de lädt, aber deine-lieblingsseite.de nicht, dann hat eher die eine Seite gerade ein Problem, und du musst an deinem Rechner gar nichts ändern. Ist überhaupt keine Verbindung da und auch das WLAN-Symbol zeigt einen Fehler, schau zuerst in die Anleitung WLAN, aber kein Internet, bevor du dich mit dem DNS beschäftigst.

Mögliche Ursachen: Router, überlasteter DNS, Cache, Firewall

Die Meldung hat selten nur einen Grund. Das sind die häufigsten:

  • Der DNS-Server deines Anbieters hat eine Störung. Standardmäßig nutzt du den DNS-Server deines Internetanbieters. Ist der gerade überlastet oder gestört, antwortet er nicht, obwohl deine Leitung an sich funktioniert.
  • Der Router hängt. Der Router (bei vielen zu Hause eine FRITZ!Box) leitet die DNS-Anfragen weiter. Läuft er seit Wochen ohne Neustart, kann sich seine Namensauflösung verhaken.
  • Der lokale DNS-Cache ist veraltet. Windows merkt sich Antworten eine Zeit lang zwischen, damit es nicht jedes Mal neu fragen muss. Steht dort ein veralteter oder falscher Eintrag, läuft die Anfrage ins Leere.
  • Eine Firewall oder ein Sicherheitsprogramm blockiert. Manche Schutzprogramme filtern den DNS-Verkehr und schießen dabei manchmal quer.

Schritt für Schritt: DNS-Cache leeren mit flushdns

Der schnellste und harmloseste erste Versuch ist, den zwischengespeicherten DNS-Cache zu löschen. Dabei geht nichts kaputt, Windows baut den Speicher einfach neu auf.

  1. Drücke die Windows-Taste, tippe cmd und öffne die Eingabeaufforderung. Ein schwarzes Fenster erscheint.
  2. Tippe den Befehl ipconfig /flushdns ein und drücke Enter. Als Bestätigung erscheint die Zeile „Der DNS-Auflösungscache wurde erfolgreich geleert.“
  3. Wenn du willst, hänge noch ipconfig /registerdns hinterher und drücke wieder Enter. Das meldet dein Gerät im Netz neu an.
  4. Schließe alle Browserfenster und öffne den Browser danach neu. So verwirfst du auch den eigenen Cache des Browsers.
  5. Rufe die Seite noch einmal auf.

Lädt die Seite jetzt, war ein alter Eintrag im Cache schuld, und du bist fertig. Bleibt die Meldung, geht es mit dem nächsten Schritt weiter.

Auf einen zuverlässigen DNS-Server umstellen

Antwortet der DNS-Server deines Anbieters dauerhaft nicht, trägst du einfach einen anderen ein, der öffentlich und kostenlos erreichbar ist. Diese Adressen sind seit Jahren etabliert und zuverlässig:

  • Cloudflare: 1.1.1.1 und 1.0.0.1
  • Google Public DNS: 8.8.8.8 und 8.8.4.4
  • Quad9: 9.9.9.9 und 149.112.112.112

Quad9 ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in der Schweiz und blockiert bekannte Schadseiten, ohne deine IP-Adresse zu protokollieren. Für datenschutzbewusste Nutzer ist das eine gute Wahl. So trägst du unter Windows 11 einen neuen DNS ein:

  1. Öffne Einstellungen und gehe zu Netzwerk & Internet.
  2. Wähle je nach Verbindung WLAN oder Ethernet und klicke auf den Namen deiner aktiven Verbindung.
  3. Suche die Zeile DNS-Serverzuweisung und klicke genau dort auf Bearbeiten. Achte darauf, dass du nicht bei IP-Zuweisung landest. Das ist eine andere Einstellung, die du hier nicht anfassen solltest, sonst musst du plötzlich auch IP-Adresse, Subnetz und Gateway von Hand eintragen und kannst dir die Verbindung zerschießen.
  4. Stelle im Ausklappmenü von Automatisch (DHCP) auf Manuell um und schalte den Regler bei IPv4 ein.
  5. Trage bei Bevorzugter DNS und Alternativer DNS zwei Adressen aus der Liste oben ein, zum Beispiel 9.9.9.9 und 149.112.112.112.
  6. Speichere mit Speichern, leere danach zur Sicherheit noch einmal den Cache mit ipconfig /flushdns und lade die Seite neu.

Falls du lieber den klassischen Weg gehst, der auch unter Windows 10 gleich aussieht: Drücke Windows + R, tippe ncpa.cpl und drücke Enter. Klicke deine Verbindung mit der rechten Maustaste an, wähle Eigenschaften, markiere Internetprotokoll, Version 4 (TCP/IPv4), klicke erneut auf Eigenschaften und dann auf Folgende DNS-Serveradressen verwenden. Dort trägst du die beiden Adressen ein und bestätigst mit OK.

Wenn es weiter klemmt: Router neu starten und Anbieter prüfen

Bleibt die Meldung, ist oft der Router die Quelle. Ein Neustart hilft erstaunlich oft. Zieh den Netzstecker des Routers, warte etwa 30 Sekunden und steck ihn wieder ein. Der Router braucht danach ein bis zwei Minuten, bis alle Lämpchen wieder ruhig leuchten. Probiere die Seite erst dann erneut.

Wenn du magst, kannst du den DNS-Server auch direkt im Router hinterlegen, dann profitieren alle Geräte im Haushalt davon. Bei einer FRITZ!Box findest du das unter Internet > Zugangsdaten > DNS-Server. Trage dort die gleichen Adressen ein wie oben. Ändere im Router aber nur diesen einen Punkt und mach vorher am besten einen Screenshot der bisherigen Einstellung, damit du bei Bedarf zurück kannst. Von einem Zurücksetzen des Routers auf Werkseinstellungen oder einem Firmware-Wechsel rate ich an dieser Stelle ausdrücklich ab, das ist für dieses Problem zu grob und kann dir den ganzen Internetzugang zerschießen.

Prüfe zuletzt, ob dein Sicherheitsprogramm quertreibt. Manche Suiten haben einen eigenen Web- oder DNS-Schutz. Schalte diese Funktion testweise für ein paar Minuten aus und lade die Seite neu. Hilft das, ist die Einstellung im Schutzprogramm der Übeltäter, und du solltest sie dort gezielt anpassen. Vergiss nicht, den Schutz danach wieder einzuschalten. Wenn dein Gerät gar keine gültige Adresse vom Router bekommt, hilft dir die Anleitung WLAN meldet „Keine gültige IP-Konfiguration“ weiter.

Vorbeugen: stabile DNS-Einstellung sichern

Wenn du einmal einen zuverlässigen DNS eingetragen hast, bleibt der bestehen, bis du ihn wieder änderst. Damit bist du gegen kurze Störungen beim Anbieter gut gewappnet. Notiere dir die beiden Adressen, die du benutzt, in deinem Passwort- oder Notizprogramm. Dann musst du beim nächsten Mal nicht suchen.

Ein kleiner Test für den Ernstfall: Öffne die Eingabeaufforderung und tippe nslookup heise.de 9.9.9.9. Bekommst du eine Adresse zurück, funktioniert der öffentliche DNS. Kommt eine Zeitüberschreitung, liegt es an der Leitung zwischen dir und dem Server, nicht am DNS selbst. So findest du beim nächsten Mal in Sekunden heraus, wo es hakt.

Quellen

#DNS#Internet#Windows 11#flushdns#Router


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